Karosta / text

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Karosta – Liepāja, Latvia

In 2004, the year of Latvia’s accession to the European Union, I photographed children and teenagers in Karosta, growing up in a former Russian military area. Karosta is a neighbourhood of Liepāja, the third largest city in Latvia, and was built in the 1890s as a naval base. For a long time it was inhabited by Soviet military forces, and “Kara Osta” (Latvian for “War Port”) served as the base for the Soviet Baltic Fleet.

After the Russian army left following Latvian independence in 1994, much of the area was left to itself. More than ten years later, large parts of Karosta are still marked by vacancy and decay. Latvian families continue to live in the remaining half-empty housing blocks, embedded in a striking natural landscape.

In the years after this departure, the neighbourhood has been affected by unemployment, crime, and alcohol-related problems.

The young women and men I photographed grow up within this environment. Their everyday lives are formed by visible and invisible circumstances and take place between the weight of history, the present, and what might be possible.

Supported by “Flotsam”, a film project in Latvia organized by Stella Den Haag (Youth Theatre) and “All About Us Filmfactory”.

Karosta – Liepāja, Lettland

2004, dem Jahr des Beitritts Lettlands zur Europäischen Union, habe ich in Karosta Kinder und Jugendliche porträtiert, die in einem ehemaligen russischen Militärgebiet aufwachsen. Karosta ist ein Stadtteil von Liepāja – der drittgrößten Stadt Lettlands – und wurde in den 1890er-Jahren als Marinebasis errichtet. Über viele Jahrzehnte war er Standort sowjetischer Streitkräfte, und „Kara Osta“ (lettisch für „Kriegshafen“) diente als Basis der sowjetischen Ostseeflotte.

Nach dem Abzug der russischen Armee im Zuge der lettischen Unabhängigkeit 1994 blieb ein Großteil des Gebiets sich selbst überlassen. Auch mehr als zehn Jahre später sind weite Teile von Karosta noch immer von Leerstand und Verfall geprägt. Lettische Familien leben weiterhin in den verbleibenden halb leeren Wohnblocks, eingebettet in eine eindrucksvolle Landschaft.

In den Jahren nach diesem Wegzug ist der Stadtteil von Arbeitslosigkeit, Kriminalität und alkoholbezogenen Problemen betroffen.

Die jungen Frauen und Männer, die ich fotografiert habe, wachsen in diesem Umfeld auf. Ihr Alltag ist von sichtbaren und unsichtbaren Gegebenheiten geprägt – zwischen der Last der Geschichte, der Gegenwart und dem, was möglich sein könnte.

Unterstützt von „Flotsam“, einem Filmprojekt in Lettland, organisiert von Stella Den Haag (Jugendtheater) und „All About Us Filmfactory“.