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shanghai grounding
These portraits and cityscapes were taken in 2009 in Shanghai during the preparations for the World Expo 2010.

For the exhibition site, the city made vast areas of land available. Around 18,000 families had to leave their homes because of this enormous construction project. The traditional Lilongs (residential neighbourhoods) with their characteristic Shikumen houses (stone-gate houses) were cleared and demolished. Many of these houses had no running water. People lived together in very limited space. Nevertheless, for over a century, these neighbourhoods remained the social heart of old Shanghai.

The residents were relocated to newly built satellite towns and large high-rise housing complexes on the outskirts of the city. While their living conditions improved thanks to modern apartments with sanitary facilities, decades-old neighbourhoods were torn apart and the established social fabric of these communities was lost.

My images reflect a metropolis in a state of metamorphosis. They contrast the old—partially still standing but already giving way—with the new that is emerging. Through fleeting encounters, I portray young people in the streets of the traditional neighbourhoods as they experience this process intheir city.

My special thanks go to Nina Kronjäger.

shanghai grounding

Diese Porträts und Stadtansichten entstanden 2009 in Shanghai während der Vorbereitungen für die Weltausstellung EXPO 2010.

Für das Ausstellungsgelände stellte die Stadt riesige Flächen zur Verfügung. Etwa 18.000 Familien mussten dem gigantischen Bauvorhaben weichen. Die traditionellen Lilongs (Wohnviertel) mit ihren charakteristischen Shikumen-Häusern (Steintorhäusern) wurden geräumt und abgerissen. Viele dieser Häuser verfügten über kein fließendes Wasser. Auf engstem Raum lebten dort viele Menschen zusammen. Dennoch blieben diese Viertel für das alte Shanghai über hundert Jahre hinweg das soziale Herz der Stadt.

Die Bewohnerinnen und Bewohner wurden in neu entstandene Satellitenstädte und große Wohnhochhauskomplexe am Stadtrand umgesiedelt. Zwar verbesserte sich ihre Wohnsituation durch moderne Wohnungen mit sanitären Einrichtungen, zugleich wurden jedoch jahrzehntealte Nachbarschaften auseinandergerissen und das gewachsene soziale Gefüge der Viertel ging verloren.

Meine Bilder zeigen einen Ausschnitt einer Metropole im Zustand der Metamorphose. Sie stellen das zum Teil noch stehende, aber bereits weichende Alte dem entstehenden Neuen gegenüber. In flüchtigen Begegnungen portätiere ich junge Menschen in den Straßen der traditionellen Viertel, die diesen Prozess in ihrer Stadt miterleben.

Mein besonderer Dank geht an Nina Kronjäger.